Die wichtigste Erkenntnis bis jetzt in der Mutterrolle!

(Lesedauer: 5 Min.)

Warum dieses Projekt? Was sind meine Treiber? Was ist meine Motivation? Mein Warum? 

Damit habe ich mich lange auseinandergesetzt. Sogar noch länger als vermutet, dank meines Kindes. Wäre mein Sohn nicht da, wäre ich nicht an diesem Punkt und würde diesen Artikel nicht schreiben. 

Meine Erwartungen vs. Realität

Als ich schwanger wurde fing ich eine Coaching Ausbildung an. Es fühlte sich zu dem Zeitpunkt genau richtig an. Die Elternzeit wollte ich dann nutzen, um das Fundament meiner Selbständigkeit aufzubauen. Ich hatte ein paar grobe Ideen und auch eine Vorstellung davon, wie ich die Elternzeit nutzen wollte. Und dann kam die Realität. So wunderschön es auch war, dieses kleine Wunder in den dem Armen zu halten, genauso anstrengend empfand ich es auch zum Teil.

Dabei waren es rückblickend nicht nur die äußeren Faktoren, wie z. B. Schlafmangel, das immer wieder mal unruhige, nörgelnde Kind und die neu auferlegten Lebensrhythmen, sondern auch die inneren Faktoren. Damit meine ich insbesondere meine Bedürfnisse und Gefühle. 

Als Mutter ist auf einmal alles anders.

Von einem auf den anderen Moment verändert sich das ganze Leben. Wir versuchen, uns so gut wie möglich auf die Zeit nach der Geburt vorzubereiten. Konzentrieren uns fast hauptsächlich auf die Bedürfnisse des Kindes. Erstausstattung, Stillen, Impfungen, Babykurse … Und dabei vergessen wir uns. 

Ich arbeite zum Bespiel sehr gerne an Projekten, wie an diesem Herzensprojekt. Aber dafür war kaum Raum und das hat mich frustriert, ohne dass ich es wirklich bewusst wahrgenommen habe. Denn mein Fokus lag auf meinem Baby. Ich merkte nur eine innere Unzufriedenheit und dass ich das Muttersein teilweise als anstrengend empfand. Ich fragte mich, wie es anderen Müttern erging, die glücklich und ausgeglichen wirkten. 

Ein Blick tiefer in unsere Gefühlswelt lohnt sich.

Nun kam mir zugute, dass ich mich noch in der Coaching Ausbildung befand. So kamen meine Bedürfnisse und Gefühle in den Coaching Übungen zum Vorschein. Je mehr ich meine Gefühlswelt wahrnahm, umso entspannter wurde ich in meiner Mutterrolle. Dabei habe ich in dem Moment nicht einmal was an meinem Leben geändert. Ich habe nur meinen Gefühlen und Bedürfnissen einen Raum gegeben. Die Tage danach trug ich die Erkenntnisse in mir herum, bis ich sie ganz durchdrungen hatte. Es war ein schönes Gefühl, weil ich Aha-Erlebnisse hatte. Dinge und Verhaltensweisen ergaben auf einmal so viel Sinn. Und ich fühlte mich auch viel leichter, als hätte ich eine schwere Last abgelegt. Die Lösungen dann in mein Leben zu bringen und zu integrieren, ging ganz leicht von der Hand. Und ich bin mir sicher, dass das für jede Mutter möglich ist. 

Meine erste und bis jetzt wichtigste Erkenntnis im Mutterdasein war, dass meine eigenen Bedürfnisse genauso bedeutsam sind wie die meines Kindes. 

Dabei kann ich natürlich nicht alle Bedürfnisse zu 100 Prozent und sofort erfüllen, aber ich habe sie im Blick und versuche mir bewusst Raum für einen Teil davon zunehmen. Dies führt zu mehr Lebenszufriedenheit, was mir wiederrum mehr Energie bringt. Und das ist ja das, was wir Mütter im Alltag mit unseren Kindern brauchen, mehr Energie, um auf unsere Kinder einzugehen und dadurch die Mutter-Kind-Bindung zu festigen.

Als Mütter können wir noch viel mehr über uns lernen. 

Während ich mir meine Bedürfnisse und Gefühle anschaute, gewann ich eine weitere wunderbare Erkenntnis: Nämlich, dass mein Sohn mein bester Lehrer ist. Er triggert mich wie kaum ein anderer Mensch und er spiegelt mich permanent in meinem Verhalten, sowohl positiv als auch negativ. Das faszinierende für mich ist, dass ich mich schon seit ca. 9 Jahren mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftige und jetzt als Mutter in kürzerer Zeit viel mehr über mich gelernt habe, als in der Zeit vor meiner Schwangerschaft. 

Beim genau hinschauen, wird jede Mutter erkennen können, dass auch ihr Kind sie triggert und damit in den Wahnsinn treiben kann. Oder ein Verhalten aufweist, dass sie nervt, aber wenn sie genau hinschaut, merkt, dass es auch ihr Verhalten ist. Dieses bewusste wahrnehmen und hinschauen, kann so vieles zum positiven verändern. Nicht nur in der Beziehung zu unserem Kind, sondern auch in uns. (Dazu mehr in meinem nächsten Artikel)

Bewusst leben. Bewusst wachsen. Bewusst Mutter sein. 

Diese Erkenntnisse will ich in die Welt bringen. Ich möchte Mütter ermutigen, stärker auf ihre Bedürfnisse und Gefühle zu schauen. Dadurch sich persönlich weiterzuentwickeln und das Ganze auch insbesondere zu Gunsten unserer Kinder. Wir tun soviel für sie und wollen nur das Beste für sie. Dann sollten wir bei uns anfangen. Wir sind ihre Vorbilder und sie lernen zum größten Teil von unserem Verhalten, dass durch unsere Gefühle und Emotionen gesteuert wird. 

Wollen wir, dass unsere Kinder glücklich sind, dann müssen wir selbst glücklich sein. Wollen wir das unsere Kinder ihre Bedürfnisse wahrnehmen, dann müssen wir unsere eigenen Bedürfnisse wahrnehmen. Wollen wir das unsere Kinder Grenzen wahren, dann sollten wir unsere eigenen Grenzen wahren. 

Und auch wenn es in Zeiten von Corona sowie Home-Office, Home-Schooling und Home-Betreuung nicht immer ganz einfach ist, ist es jetzt umso wichtiger, sich seiner Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu werden. Alleine nur das Wahrnehmen ändert schon viel und macht einiges einfacher. Dadurch lässt sich eine individuelle passende Lösung ableiten. Und das ist dann tatsächlich gar nicht mehr so schwer. Mehr Zufriedenheit und mehr Energie im Alltag, insbesondere für unsere Kinder, sind die Belohnung.  

Ich möchte dir Impulse, Ideen, Anregungen und Übungen mitgeben, damit du mit mehr Lebensenergie und Lebensfreude durch den Tag gehen kannst. Dabei habe ich immer im Hinterkopf, wie knapp unsere Zeit als Mutter ist und werde versuchen meine Beiträge knappzuhalten. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich dir dabei helfen kann; bewusst zu leben, bewusst zu wachsen und bewusst Mutter zu sein. 

„DAS GRÖSSTE GESCHENK, DAS DU DEINEM KIND MACHEN KANNST, IST SELBST GLÜCKLICH ZU SEIN.“

2 Kommentare zu „Die wichtigste Erkenntnis bis jetzt in der Mutterrolle!“

  1. Liebe Marina,

    vielen Dank für Deinen so wertvollen Beitrag. Allein das Lesen ist schon ein kleiner Augenöffner und ich erkenne mich selbst als Mama eines kleinen Wirbelwindes in deinem Text wieder.
    Ich bin sehr gespannt auf weitere Impulse!

    LG,
    Mateja

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